Stilgrundlagen für Autoren | Kürzen

#ichdirdumir Die Stilarbeit im engeren Sinne bezieht sich auf die Ausdrucksformen des Autors. Es gibt geschriebene und ungeschriebene Regeln, die für jede Textart gültig sind und bei entsprechender Einhaltung für Spannung sorgen und die Leserführung gewährleisten. Um diese Regeln konsequent umzusetzen, sollte man sich im Schreiben üben und sich angewöhnen, regelmäßig Texte zu verfassen. Dadurch entwickelt sich ein kritischer Blick auf das Selbstgeschriebene und eingeschliffene Ausdrucksmuster können erkannt und verändert werden. Zu den grundlegenden Stilarbeiten gehören vier Schritte:

1. Kürzen
2. Konkretisieren
3. Beleben
4. Konstruierennetzwerk-freie-autoren
Heute: Kürzen

Texte zu kürzen, ist für viele Laien oder Anfänger ein besorgniserregendes Verfahren. Wenn Texte gekürzt werden, wird scheinbar Inhalt entfernt. Die Anzahl an Zeichen wird reduziert und der einst angesetzte Umfang kann gefährdet werden. Was dabei jedoch übersehen wird, ist, dass das Kürzen die Leserführung enorm verbessert, weil alle unnötigen oder umständlich formulierten Aussagen gelöscht werden – zuletzt bleibt das Wesentliche erhalten, und nur dieses benötigt der Leser. Für effektives Kürzen ist es wichtig, die Zielgruppe zu analysieren. Ihr Vorwissen und ihre Erwartungen entscheiden darüber, was ein Autor im Text stehen lassen und was entfernt werden kann. Das Kürzen muss sich dabei nicht nur auf das Streichen von unnötigen Wörtern beziehen. Es kann auch bedeuten, längere Wörter durch kürzere zu ersetzen, die ihrem Gehalt nach gleich oder ähnlich sind. Auch zusammengesetzte Substantive sollten, wenn möglich, gekürzt werden.

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Der Grundsatz des Kürzens lautet: Alles Überflüssige streichen!

Überflüssiges gibt es nicht nur auf der Ebene der Wörter, sondern auch auf der Ebene des Inhalts. Zum Beispiel neigen viele Autoren zu inhaltlichen Wiederholungen. Wenn eine Aussage einmal getätigt wurde, ist das in der Regel ausreichend. Sie sollte nicht unnötigerweise wiederholt werden. Es können bereits erwähnte Inhalte aufgegriffen und erweitert werden, aber strikte Wiederholungen von ein- und derselben Aussage wirken irritierend. Auf der Ebene der Wörter kann eine einfache Faustregel angewendet werden: Wichtige Wörter dürfen wiederholt werden, unwichtige Wörter dürfen nicht wiederholt werden.

Wer radikal vorgehen möchte, kann sich an George Orwells Äußerung halten: „Wenn es möglich ist, ein Wort zu streichen – streiche es!“ Soll heißen: Der Autor hat die Aufgabe, den Weg zu seiner Botschaft den Lesern frei zu räumen. Der Text sollte auf allen Ebenen auf Unnötiges überprüft werden. Hat man etwas entdeckt – sofort löschen! Jedes eingesparte Wort erleichtert den Lesern, den Inhalt zu begreifen. Die Leser haben meist wenig Lust, sich durch übervolle Texte zu quälen. Sie wollen alle relevanten Inhalte so schnell wie möglich erfassen. Daher muss der Autor genau dafür Sorge tragen!

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Typische „Opfer“ der Kürzungen sind …

– hohle Phrasen, also Sätze, die keinen bedeutsamen Inhalt vermitteln und Allgemeinplätze beinhalten; z. B.: „Es ist nicht erforderlich, darauf zu verweisen, dass der Beratungstermin am kommenden Montag wie geplant stattfinden wird.“

– sinnfreie Wörter, also Wörter, die keinen inhaltlichen Beitrag leisten; z. B.: also, gar, in der Tat, voll, wiederum, wirklich, halt, dann, über, etwas.

– Adjektive und Adverbien, also Eigenschaftswörter; z. B. „Er ging durch die finstere Nacht“ – dass die Nacht finster ist, bedarf keiner weiteren Beschreibung, daher ist das Adjektiv „finster“ überflüssig.

– Vorsilben, also Worterweiterungen vor dem Wortstamm; z. B. „an-mieten“, das Wort „mieten“ transportiert den Inhalt und reicht daher aus, ebenso das Wort „ab-ändern“, mit „ändern“ ist alles gesagt, was gesagt werden kann.

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Ein Hinweis zum Schluss: Je länger ein Text ist und desto umschweifender die Sätze sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Autor nicht weiß, worum es in seinem Text überhaupt geht. Allerdings ist die Länge des Textes wiederum vom Thema und dem Vorwissen der Leser abhängig.

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